Stipendium für einen klugen Kopf

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Was haben ZDF-Anchor­man Claus Kleber, der Verhal­tens­for­scher Bernhard Grzimek, Regie­rungs­spre­cher Steffen Seibert, der Sänger Heinz Rudolf Kunze und die Autorin Juli Zeh gemein? Sie alle waren Stipen­dia­ten der Studi­en­stif­tung des deutschen Volkes. Zu dem Kreis derje­ni­gen, die von dem größten und ältes­ten Begab­ten­för­der­werk der Bundes­re­pu­blik geför­dert werden, zählt nun auch Nikos Diede­richs, der im vergan­ge­nen Schul­jahr mit einer Traum­no­te von 1,0 an der Maria-Merian -Schule in Waiblin­gen sein Abitur gemacht hat.

Mit dem Stipen­di­um ist für Nikos Diede­richs in Erfül­lung gegan­gen, wovon viele Studie­ren­de in Deutsch­land träumen. Ein Stipen­di­um bei der Studi­en­stif­tung des deutschen Volkes gilt als höchs­te Auszeich­nung im Feld akade­mi­scher Begab­ten­för­de­rung und wird nur an beson­ders talen­tier­te sowie gesell­schaft­lich und sozial engagier­te Studie­ren­de und Promo­vie­ren­de vergeben.

Ehrlich gesagt wusste ich zunächst nicht, dass die Studi­en­stif­tung des Deutschen Volkes überhaupt existiert und was genau ihr Zweck ist“, berich­tet Nikos, „Also war ich sehr überrascht, als ich für das Stipen­di­um vorge­schla­gen wurde.“ Er erzählt, dass er zu Beginn seine Chancen, aufge­nom­men zu werden, als eher gering einschätz­te. Dann sagte er sich aber: „Wenn ich es nicht versu­che, werde ich mich immer daran zurück­er­in­nern und mich fragen, wie mein Leben wohl gewesen wäre, wenn ich mich bewor­ben und es geklappt hätte.”

Bedingt durch die Corona-Pande­mie fand das Auswahl­ver­fah­ren für das Studi­en­sti­pen­di­um online statt. Zunächst wurden zwei 30-minüti­ge Einzel­ge­sprä­che mit zwei zufäl­li­gen Mitglie­dern der Auswahl­kom­mis­si­on geführt. Danach mussten sich die Bewer­ber in Gruppen­run­den bewäh­ren, in denen sie eine Präsen­ta­ti­on zu einem Thema ihrer Wahl halten, eine Gesprächs­run­de leiten und sich an Diskus­sio­nen betei­li­gen mussten.

Bei der Vorbe­rei­tung auf das Auswahl­ver­fah­ren, aber auch für sein duales Studi­um der Wirtschafts­in­for­ma­tik konnte Nikos von seinen Erfah­run­gen aus seiner Schul­zeit am Gesund­heits­wis­sen­schaft­li­chen Gymna­si­um der Maria-Merian-Schule profi­tie­ren: „Das logische Denken sowie der Forschungs­pro­zess im Themen­be­reich gesund­heits­wis­sen­schaft­li­che Forschung haben sich für mein Studi­um und das kommen­de wissen­schaft­li­che Arbei­ten als sehr wertvoll erwie­sen.“ Er hat sich Lerntech­ni­ken angeeig­net, die ihm jetzt dabei helfen, die Stoff­fül­le im Studi­um zu bewältigen.

Die Stipen­dia­ten der Studi­en­stif­tung des deutschen Volkes erhal­ten eine Studi­en­kos­ten­pau­scha­le in Höhe von 300 € im Monat sowie abhän­gig von der finan­zi­el­len Situa­ti­on der Familie ein Grund­sti­pen­di­um in Höhe von bis zu 752 € monat­lich. Dadurch kann Nikos sein Studi­um nun gelas­se­ner angehen: „Die finan­zi­el­le Förde­rung bietet einem Freiheit und Sicher­heit. Man braucht keinen Neben­job, wodurch mehr Zeit für das Studi­um frei wird. Des Weite­ren kann man sich guten Gewis­sens Lernma­te­ria­li­en für das Studi­um kaufen.“

Neben der finan­zi­el­len Unter­stüt­zung gibt es für die Stipen­dia­ten eine Vielzahl an Semina­ren, 3-wöchi­ge Inten­siv­sprach­kur­se beispiels­wei­se in Japanisch oder Chine­sisch, Sommer­aka­de­mien, Soft-Skill- und Führungs­kom­pe­tenz­se­mi­na­re als auch Mento­ring-Abende. „Da ist für jeden etwas dabei und man kann Kontak­te für das eigene Netzwerk knüpfen sowie gezielt Fähig­kei­ten entwi­ckeln“, meint Nikos.

Für seine Zukunft hat Nikos geplant, sein Studi­um zunächst mit sehr guten Leistun­gen abzuschlie­ßen, will sich aber auch gesell­schaft­lich einset­zen: „Meine langfris­ti­gen Ziele sind, ein Exper­te auf meinem Gebiet zu werden, ein lebens­lan­ger Lerner zu bleiben und dafür zu sorgen, dass die Technik der Mensch­heit dient und nicht umgekehrt. Mein Traum ist eine Gesell­schaft, in der jeder Mensch ein würdi­ges Leben führen kann.“

Bild: Nikos Diederichs