Food Waste: Alles wirklich ungenießbar?
Im Rahmen einer Projektarbeit der Schülerinnen der Klasse 1BKFH des Berufskollegs der Maria-Merian-Schule wurde auf ein alltägliches, jedoch häufig unterschätztes Problem aufmerksam gemacht: Lebensmittelverschwendung. In Deutschland fallen jährlich rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Pro Person entspricht dies etwa 74,5 Kilogramm pro Jahr (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, 2023).
Das sogenannte „Food Waste“ ist besonders problematisch, da dabei wertvolle Ressourcen verloren gehen – oftmals, obwohl die Lebensmittel noch genießbar wären. Vielen Menschen ist das tatsächliche Ausmaß dieses Problems nicht bewusst. Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, werden häufig vorschnell als unbrauchbar eingestuft und entsorgt. Dabei wäre eine Nutzung in vielen Fällen weiterhin möglich. Sowohl in privaten Haushalten als auch im Handel fehlt es häufig an entsprechendem Bewusstsein.
Eine Initiative, die sich aktiv gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt, ist die Plattform „foodsharing“. Seit 2012 engagiert sie sich dafür, überschüssige Lebensmittel zu retten und Menschen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu sensibilisieren. Durch verschiedene Projekte und Öffentlichkeitsarbeit werden Interessierte dazu angeregt, selbst aktiv zu werden und einen Beitrag zur Lösung des Problems zu leisten.
Im Rahmen der Projektarbeit besuchten die Schülerinnen der Klasse 1BKFH einen Kochkurs von „foodsharing“. Dort wurden aus geretteten Lebensmitteln, die von Supermärkten bereits aussortiert worden waren, vielfältige Gerichte zubereitet. Dieses Angebot steht allen Interessierten in Deutschland offen: Für einen geringen Beitrag von etwa 3 Euro und eine Dauer von rund drei Stunden werden nicht nur schmackhafte Mahlzeiten zubereitet, sondern auch Austauschmöglichkeiten sowie informative Einblicke in das Thema Lebensmittelverschwendung geboten.
Der Projekttag zeigte, dass viele Lebensmittel deutlich länger genutzt werden können, als häufig angenommen wird. Gleichzeitig wurde deutlich, wie einfach es sein kann, selbst aktiv zu werden und einen Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung zu leisten. Ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln beginnt bereits im Alltag – etwa beim Einkauf, bei der Lagerung oder bei der Verwertung von Resten – und kann langfristig einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Ressourcen und Umwelt leisten.
Text und Bilder: Julie Rank und Jessica Zelch (1BKFH)










