Segelcamp Bodensee 2017

Segeln auf dem Bodensee, nicht typisch und doch was Besonderes, die beste Studienfahrt aller Zeiten wie fast jeder derer, die dabei waren im Nachhinein bezeugte.

Während andere Schüler in Prag nahezu täglich kulturellen Input erleben durften, lässt sich unser Kulturprogramm in einem kleinen Wörtchen zusammenfassen, es gab keines. Dies war aber nicht schlimm, schließlich hatten sich die Teilnehmer bewusst dazu entschieden, einmal nichts für die Allgemeinbildung zu tun und stattdessen Spaß zu haben und sich sportlich zu betätigen. Na gut, ehrlich gesagt mussten auch wir eine Kleinigkeit lernen, so zum Beispiel den Aufbau eines Segelbootes, welcher am letzten Tag in einem kleinen Test abgefragt wurde (der Test war allerdings mehr eine Gruppenarbeit, als individuelle Abfrage). Auch Knotenkunde wurde gefragt, insgesamt drei Knoten mussten wir beherrschen, die uns auf eine abstrakt Art und Weiße beigebracht wurden, sodass wenn wir auch die Namen der Knoten jetzt schon nicht mehr so genau wissen, den meisten wohl noch in Erinnerung ist, dass man bei dem einen 'Eine Puppe erwürgen und ihr anschließend ein Auge ausstechen' sollte. Man kann sagen, trotz der makabren Art wie uns dies beigebracht wurde, haben am Ende alle die abschließende Prüfung im Knoten vormachen bestanden, wenn auch manche nicht ganz aufs Erste Mal den Knoten richtig machten. Auch Sportlehrer sind nicht immer perfekt, Herr Al Rabbat benötigte mehrere Anläufe bevor er vor den strengen Augen der Prüferin Yvonne bestand.
Das Segelcamp war in den Augen aller eine gelungene Studienfahrt, wir hatten Spaß, machten viel Sport und die Atmosphäre war locker. Es waren Momente in denen man auf seinem Boot fast gekentert war, wie es am vorletzten Tag einige Male beinahe passierte, die uns zusammenschweißten und den anderen an Land viel Freude bereiteten. Oder auch wenn mal wieder jemand beim Crazy Sofa vom Luftkissen gefallen war, weil er sich nicht mehr darauf halten konnte, Spaß und Freude hat es allemal gemacht. Eine klassenübergreifende Gemeinschaft entwickelte sich und es bleiben uns viele lustige Momente von der Studienfahrt erhalten. So lief beispielsweise ein Segelboot während des Segelns mit Wasser voll und hätte die Besatzung dies nicht bemerkt und wäre zurück an Land gesegelt, wären sie wohl auf dem See samt Boot untergegangen. Dies fanden die einen zwar lustiger als die anderen, doch im Nachhinein können auch die drei Bootsinsassen darüber Schmunzeln, was ihnen hier beinahe passiert wäre, es ist ja auch niemand zu Schaden gekommen.
Was die Unterkünfte betrifft, wir haben gezeltet, kann man sich nicht beschweren und schon gar nicht unsere Lehrer. Während wir Schüler lediglich eine Holzplatte mit einer Plane überzogen hatten, auf der wir unsere Isomatten und Schlafsäcke ausbreiten durften, bekamen unsere Lehrer luftkissengroße Riesen – Isomatten, die gefühlt ihr ganzes Zelt ausfüllten, wer's braucht... Doch auch wenn unsere Zelte keine 5 Sterne hatten, geschlafen haben wir nach den täglichen Strapazen trotzdem immer gut. Ach und wenn man gerade mal die Strapazen erwähnt. Es war uns freigestellt die 10km vom Bahnhof bis zum Camp mit dem Taxi (kostete extra), oder dem Rad zurückzulegen. Trotzdem waren es mit unserem Religionslehrer Herr Bürkle am Ende nur zwei Schüler, welche ihr Rad die gesamte Strecke mitschleppten um im Endeffekt mit ca.17kg Gepäck auf dem Rücken die 10km bis zum Camp hinter ihrem Lehrer mit Satteltaschen herzufahren, um dort völlig kaputt und verschwitzt anzukommen (es hatte über 30°C an diesem Tag). Naja ein richtiger Schwabe spart eben wo er kann, koste es was es wolle.
Gespart wurde auch bei den Bustickets, wenn es abends mal wieder gemeinschaftlich nach Radolfzell ging. Wenn der Busfahrer aber auch nicht genauer hinschaut und uns stattdessen abkauft, dass diese Gruppentickets nicht nur am An- und Abreisetag, sondern an jedem Tag der Woche gelten, dann kann man wohl auch nicht von Schwarzfahren sprechen. Hätten wir das nur einmal gewusst, bestimmt hätten wir uns dann alle vorbildlich ein Ticket gelöst, im Nachhinein ist man eben manchmal schlauer.
Alles in einem war diese Studienfahrt jedenfalls sehr gelungen. Das Wetter war gut, die Stimmung ebenfalls und jeder hatte Spaß. Es gäbe sicherlich noch viel mehr zu erzählen doch wer dies wirklich einmal erleben will, dem empfehle ich doch einfach selbst hier her zu kommen, auf die Maria Merian Schule, um hier nicht nur schöne Studienfahrten, sondern auch drei schöne Jahre mit qualifizierten Lehrern, welche eine optimale Vorbereitung auf das Abitur ermöglichen, zu verbringen.