Neue zweijährige Berufsfachschule für Migranten

In der neuen Berufsfachschule an der Maria-Merian-Schule verbessern Migranten ihre Deutschkenntnisse und machen eine Ausbildung zum/r Altenpflegehelfer/in.

Waiblingen, 29.09.2017 -   Der Spaß an der Arbeit mit älteren Menschen - dies ist für Alagie, Amadou und Lamin der Grund, warum sie sich für eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer entschieden haben. Die drei sind Schüler der zweijährigen Berufsfachschule für Altenpflegehilfe mit Schwerpunkt Deutsch, mit welcher die Maria-Merian-Schule zum Schuljahr 2017/2018 ihr Bildungsangebot erweitert hat. Alagie aus Gambia hat vor seiner Ausbildung schon über ein Jahr im pflegerischen Bereich gearbeitet. „Es gibt zwar viel zu tun, aber das Gefühl, älteren Menschen helfen zu können, gefällt mir“, erzählt er. „Wenn ich Zeit habe, spiele ich mit den Bewohnern immer ‚Mensch ärgere dich nicht!‘. Das ist cool - ich gewinne immer“, lacht er. Christopher pflichtet ihm bei: „Es macht mich glücklich, wenn ich helfen kann. Im Gegenzug helfen die Bewohner mir dabei, neue Wörter zu lernen.“
Die Verbesserung der Deutschkenntnisse ist ein Schwerpunkt des Unterrichts an der Maria-Merian-Schule. An drei Tagen in der Woche sind die Auszubildenden in der Schule und eignen sich dort nicht nur die Kenntnisse und Fähigkeiten an, die zur Pflege älterer Menschen erforderlich sind, sondern erhalten auch intensiven Deutschunterricht. An den anderen beiden Tagen sind sie in Pflegeheimen oder in Einrichtungen der ambulanten Pflege, wo sie ihr erworbenes Wissen in der Praxis anwenden können.
Zum Start ins erste Schuljahr fand eine Einführungswoche statt, bei der sich Schüler und Lehrer gegenseitig kennenlernen konnten. Neben Pizzabacken standen sportliche Aktivitäten wie Jonglieren oder Slackline auf dem Programm. „Die Atmosphäre in der Klasse ist sehr gut“, freut sich Frau Klampfl-Vogelmann, die Klassenlehrerin, nach dieser Woche, „und ich habe viel über die Schülerinnen und Schüler, die aus ganz unterschiedlichen Ländern wie Gambia, Nigeria, Bosnien-Herzegowina und Vietnam kommen, erfahren. Beachtenswert ist auch, dass Schüler in einer anderen Klasse Patenschaften übernommen haben, um ihnen die Eingewöhnung und Kontaktaufnahme zu erleichtern.“
„Der Unterricht mit Schülerinnen und Schüler mit solch unterschiedlichen kulturellen Hintergründen ist unglaublich spannend“, berichtet auch Frau Bürtsch, eine der beiden Deutschlehrerinnen der Klasse. Nicht nur die Auszubildenden lernen, typische Situationen im Alltag und im Beruf zu bewältigen, sondern sie erhält ebenfalls interessante Einblicke in das Leben in den Heimatländern der Schülerinnen und Schüler. So erzählt Aleksandra, eine Schülerin, dass es in ihrem Heimatland Bosnien-Herzegowina nur wenige Pflegeheime gibt und die älteren Menschen meist zuhause gepflegt werden. Unterschiede gibt es aber auch beim Thema Einkaufen: „Klare Erkenntnis: In Afrika muss man um Preise feilschen, in Deutschland geht das meist - leider - nicht“, lacht Frau Bürtsch.